hier ist die 61

An dieser Stelle eine kleine Odyssee.

Station 1, Freitag, 6. August, 18:01 Uhr: Postamt Marheinekehalle. An der vordersten Kundenlinie bemerke ich „Ihr Paket liegt im Center am Halleschen Ufer“. Ich drehe auf dem Absatz um. Auf dem Weg zum Auto denke ich, fährst Du, fährst Du nicht. Es ist Feierabend und ich muss ganz dringend mal wohin.

Station 2, Freitag, 18:11 Uhr: Postcenter Hallesches Ufer. Ich übergebe die DHL-Karte, der Postmensch verschwindet. Es dauert. Als er kommt, sagt er: ist hier nicht. Denn: die Postpakete kommen da nicht hin. Aha, sage ich, und wer sagt mir, dass das Paket nun in der Marheinekehalle liegt? Er: „Keen Problem, ruf ick für sie an“, sprach er, rannte zum Telefon: „Hier ist die 61“. Als er wiederkommt, sagt er noch: „Sorry, hat der Zusteller geschlafen. Aber merken se sich, alles was nicht in den Briefkasten passt landet hier, der Rest Marheinekehalle.“

Station 3, Freitag, 18:20 Uhr: wieder steh ich in der Schlange mit nur einem Gedanken: ich MUSS mal! Aber jetzt stehe ich hier und will nicht am Samstag wieder hier sein. Der Dame am Schalter sage ich gleich, woher ich komme. Sie guckt und läuft los. Es dauert und dauert und dauert und irgendwann zieht sie ein großes Paket hinter sich her und fragt mich: „Wohnen Sie in der Hausnummer xy?“ Ich: Nein, eine daneben. Aha, da hat der Zusteller auch noch die falsche Hausnummer eingetragen. Am Ende auch von ihr noch ein Tipp: 1. immer gleich fragen (wer macht das schon bei einer 10-Meter-Schlange) und 2. DHL-Sendungen landen in der Post an der Marheinekehalle, Postsendungen hingegen am Halleschen Tor – angeblich weil die Zustellbezirke so geschnitten sind. Aber da irgendwo Sinn drin steckt, bezweifle ich doch erheblich.

4. Station. Zu Hause. Im Briefkasten steckt eine Postbenachrichtigung, dieses Mal für die Post an der Marheinekehalle. Darf ich also wieder hin…

Nachtrag 9. August 2010:

5. Station, Postamt Marheinekehalle: ich stehe wieder an, dieses Mal für den am Freitag im Briefkasten gefundenen orangenen Abholzettel. Die Dame von der Postbank (!) verschwindet, nach einer Weile auch die Dame im gelben Dress. Schließlich kommt die blaue Mauritius zurück und sagt: es tue schrecklich leid, die Sendung sei irgendwie weg. Es dauert keine Sekunde, da hat sie schon einen Suchauftrag zur Hand – das wundert mich, denn sonst dauert Formularkramerei immer etwas länger bei der Post. Mir reicht es jedenfalls, denn inzwischen sind solche Geschichten Legion.

Nachtrag, Donnerstag, 12. August 2010

6. Station: Ich gebe über das Suchformular bei DHL ein, dass ich ein Paket vermisse. DHL verlangt aber von mir, dass ich die Auftrags-bzw. Paketnummer angebe – die ich aber seites des Versenders gar nicht bekommen habe. Danke für dieses Zwangs-Formular und dafür, dass ich da Eure Abeit mache, DHL!

Nachtrag, Freitag, 13. August 2010:

7. Station: Wieder das Postamt am Halleeschen Ufer. Eine wieder sehr nette Mitarbeiterin nimmt seufzend meine Beschwerde auf, schreibt einen Suchauftrag und verziert den mit mehreren großen Ausrufezeichen und meinem Hinweis, dass das inzwischen alles sehr dringend sei und ich nicht zögere, die Zustellbasis persönlich zu besuchen. Mein Vorbild: Peter von Becker, Autor beim Tagesspiegel, der sich mal selbst auf die Suche gemacht hat: http://www.tagesspiegel.de/berlin/zustellung-unmoeglich/1466920.html

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