Trash to go – die Kaffeedeckelmüllwelle

Trash to go - gesehen am Marheinekeplatz

Trash to go - gesehen am Marheinekeplatz

Neulich wartete ich auf dem S-Bahnhof Neukölln. Ich ließ meine Augen über das Gleisbett wandern und dachte: whow, liegt da viel Müll drin rum. Flaschenreste, Kippen, hier und da ein Feuerzeug. Aber bei genauerem Hinsehen sah ich vor allem ein Stück immer wieder: diese Leichtplastik-Deckel, die auf JEDEM Coffee to go-Becher sitzen.

Als ich noch ein Kind war (in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts), da flogen in jeder Ecke Getränkedosen herum. Als Kinder machten wir uns den Spaß, die Dinger mir Sand zu befüllen und mit voller Wucht gegen die Wand zu werfen oder Schiffe versenken zu spielen – letzteres überstanden die Dosen, die Schiffe sanken schnell.

Irgendwann in den 80ern erkannte die Gesellschaft, dass von den Dosenöffnern eine Gefahr ausgeht: man konnte sich gut daran schneiden. Es wurde also die Idee geboren, diesen „Dosennippel“ fester zu machen. Für uns Kinder war das schade, weil diese Teile sich bis dahin auch gut zum Wegschießen eigneten. Irgendwann kam das Dosenpfand und der Rest ist noch unteressanter. Die Umwelt mochte zwar sauberer wirken, die Ökobilanz der Dose blieb aber schlecht (ich sag bloß Aluminium).

Zurück zum Ausgangspunkt. Die Pest: Coffee to go-Becher mit Plastedeckel. Ein Blick in die mit Cafes ordentlich gesäumte Bergmannstraße zeigt, etwa jeder 20igste Flaneuer hat einen Coffee to go-Becher. Oh unsere ach so hektische Zeit lässt es ja nicht mehr zu, am Tresen einen guten Kaffee in aller Ruhe zu genießen. Nein, to go, bitte. Ordentlich mit bedruckter Pappe und einem Plastedeckel. Drei Schlücke, dann landen die Teile im Müll.

Und irgendwann wehen sie dann doch in die Gleisbetten, weil dieses Plastikzeugs so leicht ist, dass sie überall hinwehen. Ich habe nichts gegen einen guten Kaffee im Becher – aber der Deckelwahnsinn geht einfach gar nicht! Wenn ich beispielsweise zu einem Fastfoodladen mit angeschlossenem Cafe gehe, bitte ich immer um einem Becher OHNE Deckel. Und das tun die auch, obwohl die Verbrühungsgefahr natürlich größer ist. Aber hallo: ich torkel damit ja nicht durch die Gegend.

Nun, neulich habe ich endlich eine Abhilfe gesehen. Auf einer Messe in Berlin stellte ein Kleinunternehmer flexible, wiederverwertbare Deckel aus Silikon vor. Reuse statt nur use! Ich fand’s so klasse, dass da einer 40.000 Euro investiert, einen Deckel bastelt, der laut seinen Aussagen 1000mal hält und ökologisch gesehen einfach insgesamt weniger verschwenderisch ist. Mal abgesehen davon, dass ein in Ruhe genossener Kaffee dann doch noch besser ist.

Die absolute Perversion erlebte ich in diesem Zusammenhang bei einem meiner früheren Arbeitgeber, ein öffentlich-rechtlicher Rundfunkbetrieb, der Becher zum Mitnehmen aus Styropor PLUS Plastikdeckel im Angebot hatte!!!

So wird das nichts mehr mit unserer Umwelt! Verzichtet auf die Plastedeckel!

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Leben veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s