Wohnung nahe Bergmannkiez – Schnäppchen

Nein, nein, nein. Ich habe keine Wohnung zum Verkaufen. Und nein, wir tauschen auch nicht. Wir lieben unsere vier großen Zimmer mit den 58 Fenstern und den Hof mit den 6 Mülltonnen in allen Farben.

Ich möchte etwas über einen sehr präsenten Immobilienentwickler schreiben, der hier im Kiez mit einem großen ‚Z‘ im Logo wirbt. In der Solmsstraße hängt ein Plakat, gegenüber von Kaisers auch und jenseits des Mehringdammes auch. Da ist auch ein neues Projekt vom ‚Z‘. Und im Tagesspiegel vom vergangenen Wochenende wurden mal wieder die ganz, ganz tollen Öko-Bauten angepriesen. Auf einem Eckgrundstück Ecke Methfesselstraße entstehen auf recht engen Platz gleich 16 Kaufeinheiten.

Rund 106 Quadratmeter (mit Südbalkon und extra Lärmschutz) kosten da…Moment, ich muss die Zahl kopieren, sonst glaub ich es nicht … also mit Zinsen 456.108,97 EUR. Ja, richtig gelesen, der Quadratmeter 4302 Euro (!). Hui, ist ein Neubau und sicher ganz, ganz toll und sowieso ganz nahe zum so tollen Bergmannkiez und überhaupt Rendite! In Berli, Mensch, zuschlagen. Gut, genug der Euphorie. Ich habe nicht 456.108,97 für schlappe 106 Quadratmeter, würde die, wenn ich sie hätte, aber auch nicht ausgeben wollen für diese Größe, selbst wenn das ein Neubau in Kreuzberg ist. Was soll’s irgendwann wird Berlin Pariser Verhältnisse haben, 20.000 Euro für ein Mini-Zimmer und solche Scherze. Und wer wohnt dann in Berlin?

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2 Antworten zu Wohnung nahe Bergmannkiez – Schnäppchen

  1. notmsparker schreibt:

    Ich wette euch, dass die Wohnungen schon bald alle weg sind. Wer Geld hat zu investieren (woher sonst das Geld kommen mag…), könnte sich kaum eine bessere Chance wunschen. Kreuzberg ist im Moment ein Investor-Paradis: gute Aussichten für die Zukunft da der Touri-Boom noch ein Paar Jahre dauern wird. Die (das?) Gentrification heisst, dass sogar wenn der Trend von „lass uns nach XBerg und es richtig krachen lassen“ vorbei ist, werden hier die gut-verdienende bleiben weil sonst kaum noch jemand sich die Mieten leisten kann. Was hier im Moment passiert ist zwar bedauerlich – besonders für denen die hierher gekommen sind um einfach zu leben und nicht um dauernd zu feiern – aber es ist auch nichts neues. Man kann es nicht anhalten. Man kann nur klare Regeln versuchen zu stellen. Zum Beispiel: wo Kneipen sind die lange auf haben, sind auch die Leute die lange in den Kneipen sitzen und feiern. Also Schlusszeit für die Kneipen nennen. Wo es Ferienwohnungen gibt, gibt´s auch Arschen aus Rhein-Pfalz die einem ins Gesicht sagen: „Habe bezahlt also mach ich mein Urlaub wie ich es will und wenn es DJ Bobo um 3.00 Uhr morgens volle Kanne spielen heisst!“ Also keine Ferienwohnungen im Haus lassen wenn die Eigentümer/Bewohner nein sagen (im Moment kann man es kaum verhindern). Aber dafür muss man das Image von Party-town XBerg ankratzn und das wollen die nicht. Drei Wörtert: Touristen haben Geld.

    • bergmannstrasse schreibt:

      Genau, das haben sie Touristen – und deswegen stehen sie in allen Läden hier und dort an und die Ladenbesitzer kommen kaum hinterher. Fast in allen meinen Lieblingsläden musste ich neuerdings eine rüde Tonart und ulkigen Service erleben. Die Touris zahlen ja eh, die Anwohner sind wurscht – und der Berliner Senat, der das Land visionär entwicklen müsste, glotzt in die Medienkiste und schweigt sich beharrlich aus. Wowereit und Co gehen mir derart auf den Keks!

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