Kommentar: Und tschüß, Piratenpartei…

Auf Spiegel Online habe ich eben lesen können wie die neue Fraktionsgeschäftsführerin mit reichlich esoterischen Kram ihren Lebensunterhalt verdient. Schön und gut, soll sie machen was sie will – schließlich gibt es ja auch Leute, die den Kram freiwillig lesen und offenbar vertragen.

Nun ist diese Dame zur Fraktionsgeschäftsführerin der Berliner Piraten im Abgeordnetenhaus geworden. Nicht irgendein Post, sondern eine ziemlich zentrale Stelle, an der viele Leute, Themen und Termine gebündelt und gesteuert werden. Nicht zuletzt abreiten unter ihr die Referenten mit denen sich eine Fraktion schmücken kann und die auch eine gewisse Linie nach innen und nach außen vertreten.

Normalerweise würde man jemanden für diesen Posten wählen, der den Job geräuschlos und störungsfrei nach innen wie außen repräsentiert. Denn dass da Arbeit in Massen anfällt, weiß jede/r die/der einmal im politischen Bereich gearbeitet hat.

Was mich wirklich wundert, ist wie die Die Piraten nun, da ein Sturm der Entrüstung ihrer Wählerschaft und Zugeneigten und vermutlich Ewignörgler über sie hinwegfegt, reagieren. Was ich eben im Blog der Piraten dazu lesen konnte, war dann schon sehr umschmeichelhaft für eine Partei, die ja irgendwann doch wieder die Basis (und mehr) braucht, um in ein paar Jahren erneut in dieses oder jene Abgeordnetenhaus einzuziehen.

Zitat? Gerne: “ […] ihr behindert uns mit 100+ Kommentaren und so weiter. […]“

Wer etwas heftiger Kritik äußert, wird sogleich recht oberlehrerhaft belehrt, dass die Piraten genug haben von ätzenden Kommentaren, weil sie doch nun endlich mal Politik machen wollen. Behindern? Sorry, komplettes Fehlverständnis und auch noch den komplett falschen Begriff gewählt. Macht bitte Eure Politik – aber macht sie auch so, dass ihr euch nicht permanent selbst ein Bein dabei stellt. Und: Zu einer souveränen Politikgestaltung gehört schon auch das souveräne Umgehen mit den Wählerinnen und Wählern und der Kritik an klaren Fehlentscheidungen. Schade, hieß es doch einst auf einem der Plakate: „Endlich mal normale Menschen.“…naja.

PS Den Hinweis ‚Du kommentierst zu schnell. Immer locker bleiben.‘, der ploppte bei mir auf, den schreibe ich jetzt mal wordpress zu.

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3 Antworten zu Kommentar: Und tschüß, Piratenpartei…

  1. Butter Bretzel schreibt:

    Selbst auf den Mailinglisten der Piratenpartei ist das Thema noch ordentlich am Kochen, ich denke und hoffe mal nicht das die Fraktion da so einfach mit wegkommt !

  2. Boomel schreibt:

    mir gefällt die eso-scheisse an sich nicht. aber was um himmels willen ist das für eine schublade in die du die mehrheit der rationalen piraten steckst? sorry aber das ist genau das niveau wo sich esoterik auch befindet.

    das ist übrigens eine einzelmeinung eines piraten….

  3. bergmannstrasse schreibt:

    Ok, 1. ich schließe daraus, dass es eine Minderheit irrationaler Piraten gibt? Oder wie jetzt? Und gehört dazu die FGF?

    Und was das mit dem Niveau angeht: da sind die Piraten wirklich noch unterirdisch. Ich empfehle eindeutig, dass die Piraten dringend an ihrer Kommunikation mit Wählern und den Nicht-Piraten-Wählern arbeiten müssen. Die Auftritte im Berliner Sneat waren inhaltlich schwachst, teilweise billg-peinlich (Stichwort ‚angepimmelt‘)…

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