Wir sind Nachbarn! Wer sind nochmal meine Nachbarn?

Eine Freundin erzählte mir heute beim Geburtstagsbrunch vom Umzug innerhalb eines Bezirks. Sie berichtete, dass der dänische Immobilienverwalter schon lange versucht hatte, das Haus in Neukölln zu entmieten. Alles fing mit dem Besuch von Architekten an, die angeblich die Wohnung neu vermessen wollten – es endete mit einem Abstandsangebot zum Auszug, das sie wie viel andere in dem Haus erst nicht, später dann aber doch annahmen. Ihre Wohnung machte daraufhin vom Erstangebot von 79.000 Euro an sie einen Sprung auf 105.000 Euro auf immobilienscout – sozusagen verrechnet mit der Auszugsprämie. Schade, sagte sie, sei das alles gewesen, denn teilweise wohnten die Nachbarn dort deutlich länger als sie und die kannten sich auch. Nun ist sie umgezogen, zweimla ums Eck sozusagen, und als sie nun ihr Türschild studierte, stellte sie fest, dass das von den Nachnamen her ganz schön international wirke. Spöttisch kommentierte sie dazu, dass sie sich nicht sicher sei, ob sie jemals alle Mieter kennenlernen werde.

Ich dachte auf meinem Heimweg darüber nach, dass das Haus, in dem wir im Bergmannkiez wohnen, durchaus auch noch bunt gemischt ist. Da gibt es die dreiköpfige Familie genauso wie die alleinerziehende Mutter, den alleinlebenden älteren Single wie die WG und natürlich mich und meine Partnerin. Ich kenne solche Mietgemeinschaften bislang nur aus Berlin und habe das bislang auch nie anders erlebt. Vor Jahren habe ich dazu einen Artikel im Tagesspiegel oder in der Süddeutschen gelesen, die genau dies in einer Reportagen beschrieben – und als Beispiel dafür anführten, wie spannend die Vielzahl der Lebenswege in einem Mietshaus in Berlin sein kann. Ich habe keine Zweifel, dass das auch mit einem bunteren quirligeren Haus möglich sein kann – wenn ich aber zugleich höre, dass es nach internen Vermutungen rund 100.000 Ferienwohnungen in Berlin geben soll, dann stellt sich doch die Frage, was da eigentlich falsch läuft. Wohnungen sind keine Hotelzimmer wie Mieshäuser eben auch keine Hotels sind.

Ich finde, wer Ferienwohnungen nicht korrekt beim Gewerbeamt anmeldet, sollte eins auf den Deckel bekommen. Es dient nur dem eigenen steuerfreien Profti, es schadet dem Haus, der Wohnung und den vielen Betrieben der Hotellerie. Und es entfremdet die Beziehung der Mieter zu ihren Nachbarn und einem Mietshaus. Tja, und was macht die SPD. Nüscht, oder Herr Wowereit?

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