verschwundene Leuchtreklame

Ab und an ziehe ich abends mit meiner Kamera durch den Bergmannkiez. Im Abendlicht oder bei Dunkelheit entdecke ich dann am besten schöne alte Leuchtreklame-Schriftzüge, die manchmal bereits seit Jahrzehnten über den Eingängen von Geschäften hängen oder sogar über den Dächern. Der Kreuzberg – der Header im Blog über die Bergmannstraße – findet sich zum Beispiel über der Apotheke an der Kreuzung zum Mehringdamm.

Immer wieder irritiert bin ich über das grüne Kreuz, das abends über der Kreuzung Bergmannstraße und Zossener Straße trohnt.

das grüne Kreuz in Kreuzberg

grünes Neonkreuz in der Bergmannstraße

Manche Läden haben sogar noch Neonröhren über dem Eingang, viele sind es nicht mehr – auch weil Neonröhren anfälliger und teurer sind als LED-Lampen. An manchen Fassaden hängt teils sehr große, teils auch interessante Leuchtreklame – nur schön sind sie vielfach nicht mehr. Bei den vielen Fassadensanierungen kommen die meisten alten Buchstaben kurzerhand ab – oder auch wenn mal wieder einer der Läden umfirmiert, umgebaut oder ganz einem Café weichen muss. So konnte ich gestern noch das kräftige blaue Neonlicht des Cafe Atlantic sehen – anders ist es beim Pfau, einem Lokal direkt gegenüber der Marheinekehalle. Dort schlug schon vor über einem Jahr der Elektriker zu und ließ das wunderschön geschwungene Pfau für immer verlöschen.

Erloschen - auch kulinarisch, der Pfau

ehem. Leuchtreklame Bergmannstraße

Ich gebe zu – ich bin in dem Punkt ein echter Licht-Nostalgiker. Die Glühbirnengeschichte, also das EU-Verbot vieler Glühbirnentypen ist mir recht schnuppe, die mögen kalt und nicht schön leuchten – energietechnisch machen die irgendwie Sinn, ich sehe das an unserer Stromrechnung. Aber bei den Leuchten auf der Straße tut es mir dann doch leid, weil es irgendwie auch das Ende einer bunten Stadtlandschaft ist. Neulich konnte ich beispielsweise beobachten, wie im Zuge der Unternehmenspleite von Schlecker auch die Leuchtreklamen kurzerhand auf den Müll wanderten. Schade drum, die waren teilweise noch nicht einmal drei Monate alt. Am Alexanderplatz konnte ich das diese Woche auch erleben. Da kam morgens ein Bautrupp und hackte einen meiner Lieblingsbuchländen innerhalb eines Tages kurz und klein – inclusive Leuchtreklame. Weg – für immer. Nun, und weil ich das schade finde, blogge ich ab jetzt auch Fotos von schönen Leuchtreklamen.

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Eine Antwort zu verschwundene Leuchtreklame

  1. Tim schreibt:

    Habe mich bislang auch für einen „Licht-Nostalgiker“ gehalten. Allerdings rüsten wir jetzt in der Firma unsere Firmenwerbung auf Leuchtkästen um – hätte nie gedacht, dass mir die Kästen so gut gefallen würden.

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