Letzter Tag: Blinis Espresso Lounge Bergmann 92

Heute nun war der letzte Tag der Blinis Espresso Lounge: Schluss, Aus, Ende. Dicht.

Wir, Partnerin und Tochter, werden den punktgenauen Cappuccino und den Quark sonntags früh sehr vermissen. Mit Kindchen um die Uhrzeit irrt so manch eine/r sonntags durch den Bergmannkiez, gute Brötchen gibts erst ab 9h – guten Kaffee, naja, ins Einstein gehe ich auch Prinzip halt nicht (=Kette).

Ich lasse an dieser Stelle ungekürzt einen Leserbrief zu Wort kommen, Manfred K. Vielen Dank dafür:

„Abschiedsgruß an die Betreiberinnen der Blinis Espressolounge Bergmannstrasse 92 in Kreuzberg von Manfred Kannenberg-R.

Berlin ist unter die Räuber gefallen – die nimmersatte Immobilien-und Spekulationsbranche. „Wir müssen schließen wegen überzogener Forderungen des Vermieters“ lasen wir bei unserem Samstagsbesuch an Euerm gastlichen Ort auf einem Blatt an der Kasse. Einen solchen gewachsenen Ort des Gesprächs, des Austauschs, des friedlichen Verweilens mit Euerm herausragenden Kaffee- Kuchen- und Gebäckangebot aufgeben, wie soll das denn gehen!- Wo wollen wir uns nach dem Ende dieses Januars treffen, verabreden als bei Euch in dieser freilassenden, behaglichen  Atmosphäre?

Der Hydra der spekulativen Immobilienbranche, die die Stadt seit geraumer Zeit in den Griff genommen hat, können wir nicht den Kopf abhacken. Betongold-Rausch hat den Goldrausch abgelöst. Die Stadt als Beute der  Kapitalanleger und -spekulanten der ganzen Welt, die  sich in Berlin die Klinke in die Hand geben. Und die Verantwortlichen sehen hilflos zu. Wenn sich überflüssiges Kapital in Bodenscheinwertsteigerungen staut, ist das die schlimmste aller Schädigungen für den gesamtwirtschaftlichen Prozess. Und alle zahlen mit  drauf.

„Notfalls müssen wir das Bodenrecht ändern“, sagte schon anfangs der siebziger Jahre der eingeflogene Münchener OB Hans-Joachim Vogel den Reportern am Flughafen Tegel, als er den in Bauskandalen verwickelten West-Berliner Senat als Regierender übernehmen sollte und 165 Häuser besetzt waren. Aber an diese Änderung traut sich niemand heran, keine Partei, keine NGO, keine Presse und wir wissen vielleicht auch nicht so recht, wie es denn zu ändern wäre…Oder doch?

Ihr seid nicht eingeknickt vor der Zumutung der Verdoppelung der Miete, vor der Paranoia der entgangenen Gewinnerwartungen Eures Eigentümers. Wolltet nicht um jeden Preis den schönen Ort geöffnet halten und einfach die Preise erhöhen. – Die Gier der Immobilieneigner wird aber der Bergmannstrasse weiter ihre Qualität nehmen wollen – vorerst.

Aber es gibt auch neue Verabredungen und wir freuen uns auf Eure Neue Espressolounge nahebei und in naher Zukunft.“

Danke dem Team, Danke für die Stunden, die wir dort verbrachten. Schade ist’s.

https://bergmannstrasse.wordpress.com/2016/12/23/espresso-lounge-muss-schliessen/

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Freckles ist dicht: es GAB Kuchen, Baby!

Hach, was für ein Klasse Satz: es GAB Kuchen, Baby. So steht es jedenfalls auf der facebook-Page von Freckles aus dem Bergmannkiez. Doch nun, leider und ach:

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Das Freckles hat für immer seine Pforten geschlossen, „nach reiflichen überlegungen haben wir uns entschieden zukünftig getrennte wege zu gehen und das freckles nicht mehr aus dem winterschlaf zu erwecken. bitte verzeiht dass wir uns so klammheimlich aus dem staub machen – wir haben selbst nicht damit gerechnet dass es so schnell passieren könnte…“

Das Ladendrehen im Bergmannkiez ist schon krass. Bershka machte nach nicht mal fünf Monaten dicht. Am 5. Februar ist dann letzter Tag für die Espresso Lounge. Auch Herrn W sein Mehlspeis hat dicht gemacht. Schade, schade. Es waren und sind alle echte Bereicherungen im Kaffeekiez.

Machts gut, freckles!

 

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Espresso lounge muss schließen

Kurz vor Jahresende betretene Gesichter in der Blinis Espresso Lounge in der Bergmannstraße 92. Die Kaffeebar mit dem mit Abstand besten Kaffee in der Straße schließt Anfang Februar, weil wieder irgendein geldgieriger Miethai noch höhere Mieten im Kiez einsacken will.

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Schade, die Espresso lounge begleitet mich seit Jahren – selbst sehr früh, wenn ich auf Dienstreise muss: mein Cappu ist (fast) immer perfekt.

Ich frage mich auch, was aus der Bergmannstraße mal werden soll, wenn einzelne Mieter für nicht funktionierende Läden bis zu (!) 15.000 Euro Miete im Monat für gut 100 Quadratmeter Ladenfläche zahlen (müssen). Das sind doch dann nur noch touristisch ausgerichtete Schrottangebote, die die Straße langfristig ruinieren werden. Ich freue mich dann auf das Gejammer der Vermieter, die sich wundern, warum eine Straße wie diese in den Keller rauscht.

Übrigens für alle Bergmannstraßen-Umbau-Skeptiker: das hat nichts, aber auch gar nichts mit der Verkehrsberuhigung zu tun!

Scheiße! Ist! Das!

 

 

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Große Zustimmung zum Test-Umbau der Bergmannstraße

Am 3. November 2016 wurden die ersten Planungsentwürfe für den Test-Umbau der Bergmannstraße vorgestellt. Rund 90 der ca. 120 Parkplätze sollen Modulen weichen, die die Nachbarn und Besucher des Kiezes zum Verweilen einladen.

Während der gut besuchten Veranstaltung im Columbia wurden deutlich, dass der Verlust an Parkplatzflächen noch zu einigen Sorgen führen wird, auch das Wort zusätzlicher Aggression bei der Suche machte die Runde.

Andererseits gab es eine überraschend hohe Zustimmung seitens der beteiligten Interessengruppen von Verbänden, Anwohner/innen sowie den Gewerbetreibenden. Letztere hatten sich zwar mehr Parkplätze gewünscht, wollen aber ein neues Miteinander – auch und gerade mit den Nachbarn (als Kunden).

Kurzum: wenn die BVV dem Vorhaben zustimmt, werden ab Sommer 2017 erste Test-Module zwischen dem Mehringdamm und der Marheinekehalle errichtet.

Mehr (mit Links) demnächst.

 

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Umbau der Bergmannstraße – Testprojekte

Am 3.11. werden die ersten Testprojekte für den Umbau der Bergmannstraße vorgestellt:

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